Shared space heißt, übersetzt man es wörtlich, geteilter Raum. Dieses Konzept wurde in den 90er Jahren von einem Niederländer namens Hans Modermann entwickelt.
 
In den Straßenverkehr umgesetzt, bedeutet ist, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind und müssen Rücksicht aufeinander nehmen. 1:1 umgesetzt würde das bedeuten, es gibt keine Ampeln, keine Verkehrsschilder, keine erhöhten Bordsteine.
 
Nur zwei Regeln wären zu beachten: rechts vor links und gegenseitiges aufeinander Aufpassen und Rücksichtnahme. Die soziale Kompetenz soll geschult werden, das Verantwortungsbewusstsein anderen gegenüber erhöht und die Aufmerksamkeit auf den Verkehr an sich und nicht auf Schilder in Hülle und Fülle gelenkt werden.
 
Der kleine Ort Bohmte in Niedersachsen hat das Programm, das übrigens mit EU-Mitteln gefördert wird, auf einer 400 m langen Strecke im Ortskern eingeführt und berichtet über nur positive Erfahrungen.
 
Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der deutschen Versicherer sieht in Share Space jedoch eine Gefahrenquelle, gerade für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Kinder. Er argumentiert, dass gerade Kinder verunsichert werden, wenn keine klare Abgrenzung der Bürgersteige vorhanden ist und z.B. parkende Autos die Sicht auf die Straße versperren.
 
Es gibt zahlreiche Argumente für das Pro und Kontra von Shared Space. So wäre z.B. der Wegfall von Bordsteinkanten zum Vorteil für behinderte Menschen, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen. Ein Nichtvorhandensein von Ampeln kann aber wieder erhöhte Unsicherheiten, gerade bei Fußgänger hervorrufen.
 
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