Begonnen hat alles 1903, in diesem Jahr wurde der ADAC als Motorradfahrer-Vereinigung ins Leben gerufen. Nach einer Integration in den NSKK in der Zeit des Nationalsozialismus, wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet und wurde für viele Autofahrer zum rettenden Engel. Ein gemeinnütziger Verein, deren Mitarbeiter als Pannenhelfer tätig waren und so manchen Menschen auch aus schlimmen Notsituationen heraus halfen.

Im Laufe der Jahre wurde der Verein größer und größer, andere Bereiche kamen neben der Pannenhilfe dazu. Der ADAC hat nach eigenen Angaben eine Mitgliederzahl von rund 18 Millionen, expandierte weiter und ist der größte Verein Deutschlands. Etliche Tochtergesellschaften wurden gegründet, wie zum Beispiel der ADAC-Verlag, Finanzdienste, Schutzbrief- und Rechtsschutzversicherung und einiges mehr. Reisen, Motorsport und Autovermietung werden angeboten, das wohl neueste Unterfangen ist der Postbus.

Und jetzt – nach dem 110jährigen Bestehen des Vereins – jagt eine ungute Meldung die andere:

Es begann damit, dass bekannt wurde, dass die Abstimmungszahlen für den Autopreis „Gelber Engel“ (nett formuliert) nicht der Realität entsprachen, mittlerweile wird auch die Richtigkeit der Rangfolge angezweifelt. Mehrere Autobauer sollen überlegen, den einstmals beliebten und begehrten Preis zurück zu geben. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde vom ADAC beauftragt, die Ergebnisse der Preisverleihung seit 2005 nachzuvollziehen und anschließend zu veröffentlichen.

Wenig später ging durch die Medien, dass die Hubschrauber nicht etwa nur zur Flugrettung genutzt worden sein sollen, sondern in einigen Fällen auch als Transportmittel unter anderem für Dienstreisen. Noch schlimmer: In einem Fall sollen die Rotoren des Helikopters dazu gedient haben, einen Fußballplatz zu trocknen.

Im Winter ist es ein häufiges Problem, dass unser fahrbarer Untersatz nicht anspringt und oftmals ist die Ursache dafür eine schwächelnde oder defekte Batterie. In die Freude darüber, dass die Pannenhelfer schnell Ersatz hervorzaubern konnten, mischt sich jetzt der bittere Beigeschmack, dass durch ein Bonussystem für die Mitarbeiter bevorzugt bestimmte Batterien an den Mann oder die Frau gebracht worden sind.

Der Automobilclub reagierte mit einem 10-Punkte-Plan zur Reformierung des Vereins, stellt eine Änderung nicht nur der vorgenannten Punkte in Aussicht.

Gestern nun gab der Automobilclub den Rücktritt des derzeitigen Präsidenten Peter Meyer bekannt – an seine Stelle wird der Vizepräsident Dr. August Markl treten.
Nicht nur aus Politikerkreisen wird weit mehr gefordert. Rund 15.000 Mitglieder des Automobilclubs sollen bisher mit einem Austritt reagiert haben, etliche andere überlegen, es ihnen gleichzutun.

Heute findet man auf der Internetpräsenz des Clubs das Prüfungs-Ergebnis der Wahl zum „Gelber Engel 2014“. Hier wird bestätigt, dass nicht nur die Zahl der abgegeben Stimmen manipuliert worden ist, sondern auch das Ranking nicht korrekt war. Ursache dafür seien sowohl „vorsätzliche Veränderungen“ sondern auch eine „technischer fehlerhafte Verarbeitung der Daten“. Außerdem würde es Anzeichen dafür geben, dass auch die Daten in der Vergangenheit verändert worden sind. Die Prüfungsergebnisse für die Wahlen für den Preis seit 2005 werden in der kommenden Woche veröffentlicht werden.
Derzeit werden diverse Test, die durch den ADAC durchgeführt worden sind (zum Beispiel von Winterreifen) überprüft, die Ergebnisse stehen noch aus.

Zahlreiche Mitglieder des ADAC bleiben aber "ihrem" Automobilclub treu, denn für sie ist schlußendlich die tagtägliche Arbeit der "Gelben Engel" wichtig".