Die ADAC Deutschland Klassik feiert vom 24. bis 27. Juni 2010 ihre Premiere und lädt zum Oldtimer-Wandern ins Ruhrgebiet ein. Dass Europas größter Automobilclub damit goldrichtig den Zeitgeist trifft, beweist schon im Vorfeld das große Interesse und die Nachfrage. Die Zahl der eingegangenen Bewerbungen übertraf das Maximum von 100 Starterplätzen gleich um ein Vielfaches. ADAC-Präsident Peter Meyer gibt in der Ruhrmetropole Essen den Startschuss für die Erstausgabe der ADAC Deutschland Klassik. Europas Kulturhauptstadt 2010 ist Ausgangspunkt für die täglichen Wandertouren. Die Veranstaltung wird künftig jedes Jahr in einer anderen Region Deutschlands durchgeführt.

Wo Zechen, Fördertürme und Industriegebäude das Landschaftsbild prägen, wird in diesem Jahr der Kultur des Ruhrgebiets besonders Tribut gezollt. Doch die Region hat mehr zu bieten als gemeinhin bekannt. Schlösser, historische Ortskerne, Klöster und Wasserburgen sowie blühende Naturlandschaften warten auf die automobilen Wanderer. Der ADAC griff 2003 die Idee des Oldtimerwanderns wieder auf, die vor mehr als 80 Jahren in Deutschland als Autowandern ihren Anfang genommen hatte und populär war. Selbst Fahrzeuge mit dem Namen Wanderer gab es damals und sind heute als hoch geschätzte Oldtimer unterwegs.

Die bis zu 160 Kilometer langen Tagesetappen führen das „Rollende Museum“ der ADAC Deutschland Klassik durch das Bergische Land, Sauerland, Münsterland und Ruhrgebiet. Dabei geht es für die vierrädrigen Wanderer in der Gesamtwertung um den „Großen Preis der Deutschen Post“. Insgesamt 30 Vorkriegsfahrzeuge stehen am Start. Das älteste Fahrzeug ist ein seltener Brennabor B5/12 mit 1328 ccm, der 1911 im Brandenburger Werk vom Hof lief und nun in Hagen seine Heimat hat. Für den Essener Klaus Siekmann ist die Wanderung mit einem spektakulären Bugatti aus dem Jahr 1930 ein Heimspiel. Arnd Bruckmann und sein 1931er Ford Model A stammen ebenfalls aus der nahen Umgebung.

Weitere Lokalmatadoren aus der Region sind einige Kadett A, die von 1962 bis 1965 im eigens dafür errichteten Werk in Bochum gefertigt wurden. Der Dortmunder Arnold Berke kommt in einem Tempo Hanseat Kombi des Baujahres 1950, der mit 400ccm und 15 PS einstmals einer Hamburger Bettenfirma als Lieferwagen diente. Auch er wird trotz kleinstem Hubraum kein Problem zu befürchten haben. Denn nicht Stoppuhr und Stress bestimmen den Ablauf der Rallye, sondern Muße, Genuss und Kultur.

ADAC_Deutschland_Klassik

Ein weitaus stärkerer Mitstreiter aus dem Jahr 1952 ist ein Mercedes 300S Roadster aus Paderborn. Mit einem Hubraum von 2975 ccm und 150 PS im Hintergrund wird Besitzer Karl Niggemeyer die Tagesetappen erwandern. Der Wagen wurde erstmals in den USA ausgeliefert und war im Vorbesitz eines Mitbegründers des legendären Woodstock-Festivals.

Peter Ustinovs einstiges Cabriolet „Jowett Jupiter“ und ein Toyota 2000 GT mit der ehemaligen Rallye-Weltmeisterin Isolde Holderied am Steuer sind weitere Highlights beim Oldtimer-Wandern. Dem Namen der Veranstaltung alle Ehre macht ein „Wanderer W 23“ aus dem Audi-Museum in Ingolstadt, hochkarätig besetzt mit dem Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium, Dr. Andreas Scheuer, und Christian Geistdörfer, dem ehemaligen Rallyeweltmeister und Co-Piloten von Walter Röhrl. Dr. Scheuer ist bekennender Oldtimerfan und Gründer des Parlamentarischen Arbeitskreises des Deutschen Bundestages „Automobiles Kulturgut“.

Mit dem ältesten in Deutschland zugelassenen Jaguar XK 120 (Bj. 1949) reist Gerd-Rüdiger Lang an, Inhaber und Gründer der Münchner Uhrenmanufaktur Chronoswiss. Er engagiert sich als Freund des „alten Blechs“ seit vielen Jahren in der Oldtimer-Szene und kreiert eine Chronographen-Spezialedition für die ADAC Deutschland Klassik. Drei dieser Uhren im Wert von je 4.950 Euro sind als Preise für die schönsten Oldtimer der jeweiligen Baujahrklasse ausgeschrieben. Der Wettbewerb wird beim Concours d´Élegance am Sonntag, 27. Juni, in der Essener Innenstadt ausgetragen.

Den über 200 Teilnehmern steht also ein genussreiches Programm bevor, das vor allem der „Entschleunigung“ dient. Das Motto der ADAC Deutschland Klassik – „Genuss braucht Zeit“ – ist auch Programm. Dazu gehören nicht nur das Befahren reizvoller Landstraßen, sondern auch intensive Benzingespräche in geselliger Runde. Stoff dazu gibt es genug, denn viele der Wanderfreunde haben aufregende Geschichten zu ihren Schätzchen zu erzählen.

Schirmherr der ADAC Deutschland Klassik ist ADAC-Präsident Peter Meyer. Als gemeinsame Veranstalter treten neben dem ADAC e.V. die Regionalclubs ADAC Nordrhein, ADAC Westfalen und ADAC Ostwestfalen-Lippe auf. Partner sind die Autostadt Wolfsburg, die ADAC ClassicCarVersicherung, Chronoswiss, DEKRA, Deutsche Post, SONAX und Vredestein.

Weitere Informationen unter www.adac.de/oldtimer

Quelle: ADAC.de