So. Okt 24th, 2021

 

Vollhybrid bleibt Nischenprodukt, zumindestens in Europa. Bosch hatte in einem Vortrag Toyotas Prius mit einem Dieselfahrzeug verglichen und kam zu der Erkenntnis, dass er zur heutigen Zeit keinen Hybrid braucht. Die Diesel- und Benzintechnologie hat noch so viel Sparpotential, dass man auf Hybride im Moment verzichten kann.

Das der Prius in Amerika, speziell in Kalifornien gut ankommt läge nicht am niedrigen Verbrauch, sondern daran, dass man dort die Carpool-Lane fahren kann, um dem Stau zu entgehen. Die Carpool-Lane ist eine extra Fahrspur auf dem Highway, die eigens dafür eingerichtet wurde, mehr als 2 Personen in einem Fahrzeug zu bevorzugen. In Kalifornien ist diese "Mehrfahrerspur" noch zusätzlich eingeschränkt für Fahrzeuge mit sehr geringen Emmissionswerten, wie z.B. beim Prius.

Ein weiterer Faktor, warum der Prius vor allem in Kalifornien gut ankommt ist die Tatsache, dass es hier, über`s Jahr gesehen, milde Temperaturwerte gibt. Hier wird die Klimaanlage weniger bis gar nicht beansprucht, die die Verbrauchswerte des Prius in die Höhe treiben und den eingebauten Diesel anschmeissen würde. Ausserdem darf man auch nicht vergessen, dass der Prius von Toyota mit Hilfe der gesamtem Flotte getragen/subventioniert wird.

Problematisch bei den Hybriden ist immer noch die Batterie. Das Gewicht und die Akkulaufzeit seien noch nicht optimal entwickelt. Heute kostet 1kW zwischen 500 und 1.000 Euro. Wenn man davon ausgeht, das ein PKW rund 35 kW benötigt, dann würde sich aufgrund der Batterie der Wert des Autos fast verdoppeln.
Die OEMs haben das Problem erkannt und entwickeln in Gemeinschaftsprojekten und Partnerschaften weiter um den Anschluss nicht zu verlieren

Wenn überhaupt, dann hat der Mild-Hybrid in Europa eine Chance und im nächsten Schritt der Plug-In-Hybrid. Erklärungen der verschiedenen Hybridarten hier. Für diese Varianten braucht man aber starke Batterien und die sind noch nicht entwickelt. Die Entwicklung von entsprechend starken und leistungsfähigen Batterien dauert bestimmt noch 7-9 Jahre. In dieser Zeit muss das ganze Entwicklungs- und Sparpotential der Diesel- und Benzinmotoren herausgeholt werden.

Daimler hat damit kräftig angefangen und eine DiesOtto Kombination entwickelt. Die Kombination aus Selbst- und Fremdzünder sind bezahlbare Technologien bei Größenordnungen um 1.000 Euro. Beim Mild-Hybrid fängt man bei 3.000 Euro an. Und wenn die Hersteller beim Diesel alle verfügbaren Technologiern ausschöpfen, dann würden die Verbrauchswerte gegenüber einem Mild-Hybrid immer gut aussehen.

Die nahe Zukunft wird immer noch konventionelle Motoren vorne sehen, die mit Hilfe von bestimmten Technologien den Spritverbrauch senken. Da die fossilen Brennstoffe endlich sind, ist es wichtig, Sprit zu sparen. Die große Gefahr besteht darin, dass uns das Benzin ausgeht, bevor entsprechende Alternativen entwickelt wurden. Der Weg weg vom Öl bringt die Amerikaner dazu, 50% der Autos mit Flex-Fuel zu betanken.

Zitat aus der Wikipedia:

Ein Flexible Fuel Vehicle (FFV, richtigerweise gelegentlich auch Fuel Flexible Vehicle genannt), zu deutsch etwa „an den Kraftstoff anpassungsfähiges Fahrzeug“, ist ein Fahrzeug, das mit Benzin, den Alkoholen Methanol und Ethanol sowie beliebigen Mischungen dieser drei Kraftstoffe betrieben werden kann, nicht jedoch mit Dieselkraftstoff oder Biodiesel.

In Brasilien fahren fast alle Autos mit Alkohol. In den USA sind ca. 40% der Autos in der Lage mit Rapsöl, Mais, Alkohol, etc. zu fahren. Problem dabei sei, dass dadurch die Lebensmittel knapp werden. Eine weltweite Ausdehnung ist daher nicht ratsam.

Die derzeitigen Technologien sind in der Lage 1- 1,2 Liter auf 100 km zu sparen und das mit bezahlbaren Techniken. Die Amortisierungzeit liegt im Jahresbereich. Mit diesen Werten liegt man bei einer CO2 Ersparnis von ca. 30 g. Bis auf 120 g müssen die Autohersteller noch ran. Ein probates Mittel ist, den Hubraum der Motoren zu verkleinern. Das durchschnittliche Volumen liegt bei 1,7 l, mit Trend nach unten. Bei einem 1,4-l-Motor mit 170 – 200 PS sind 5 Liter im Verbrauch möglich. Die Tendenz geht daher auch immer mehr zu 3-Zylinder-Motoren.

Weiter sparen kann man mit der optimalen Getriebetechnik. Die Automatikgetriebe sind den Handschaltungsgetrieben im Verbrauch um einiges voraus, da sie immer im optimalen Drehzahlbereich fahren.

Ein weiterer Sparpunkt ist die Beleuchtung. Mit Dioden kann man eine höhrere Leuchtkraft bei geringerem Verbrauch erzielen.

Das größte Sparpotential in Europa ist die Start-Stopp Technik. In ein paar Jahren soll diese Technik serienmäßig in allen Autos verbaut sein. Die Start-Stopp Technik ist die billigste Technologie mit dem höchsten Spareffekt.

Auch beim Reifendruck sehe man Sparpotential. Mit einer Reifendruckkontrolle könne man in Europa bis zu 2,5% Prozent Sprit sparen, wenn immer der optimale Druck gewährleistet wäre.

 

Von Schumi

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