Mo. Okt 25th, 2021

Spannende Ereignisse spielten sich beim Finale des ADAC Kart Masters 2011 auf dem Erftlandring in Kerpen ab. Einige Titelfavoriten gerieten ins Straucheln, andere sorgten für eine große Überraschung. Am Ende reihten sich Luca Walter (IAME X30 Junioren), Sebastian Balthasar (KF3) und Kevin Illgen (KZ2) in die Meisterliste ein.

Schon seit der vorletzten Veranstaltung im bayerischen Wackersdorf standen mit Max Hesse (Bambini), Patrick Meister (IAME X30), Hendrik Grapp (KF2) und Rainer Machmer (KZ2+) vorzeitig vier Titelträger des Jahres 2011 fest. In Kerpen galt es nun die restlichen Meister zu küren. 147 Teilnehmer hatten den Weg auf die Traditionsstrecke gefunden und zeigten bei wechselhaftem Wetter am Sonntag packende Rennen.

Bambini: Hesse und Fittje siegen
Während Max Hesse (Wernau/Solgat Motorsport) schon seit dem letzten Rennen in Wackersdorf als Champion der Bambini Klasse fest stand, peilte Gianni Janzik (TR Racing) aus Stemwede den Vizetitel an. Mit der Pole-Position im Zeittraining und zwei deutlichen Laufsiegen war er auch auf dem besten Weg. Doch bei der technischen Nachkontrolle stellten die Verantwortlichen Unregelmäßigkeiten an seinem Kart fest und er verlor seinen Doppelerfolg.

Neuer Sieger im ersten Rennen war Max Hesse, der in den 13 Runden wenig Gegenwehr erfuhr und letztlich seinen insgesamt siebten Saisonsieg einfuhr. Uneinigkeit herrschte dagegen um die weiteren Podiumsplätze. Jannes Fittje (Langenhain/Ebert Motorsport) und Gilian Lipinski (Gelsenkirchen/RMW Eurotec Team) kämpften über die gesamte Renndistanz erbittert, letztlich bewies Fittje Nervenstärke und wurde Zweiter vor Lipinksi. Einen tollen Endspurt legte ebenfalls David Brinkmann (Hallwang) hin. In der vorletzten Runde verwies er Leon Wurms (Euskirchen/RMW Eurotec Team) und Robin Falkenbach (Troisdorf/Schwabe Motorsport) auf die weiteren Positionen und holte damit Rang vier.

Der zweite Durchgang begann mit einem Rückschlag für Hesse. Auf der schlechteren Außenbahn fiel er beim Start bis ins Mittelfeld zurück. Im Kampf um den späteren Sieg lieferten sich indessen Jannes Fittje und David Brinkmann einen packenden Fight. Brinkmann lauerte stetig auf seine Chance, doch Fittje ließ sich in keinen Fehler treiben und wurde vor Brinkmann abgewinkt. Im Ziel hatte Fittje doppelten Grund zur Freude. Durch den Wertungsverlust von Janzik durfte er auch die Vizemeisterschaft sein Eigen nennen. Mit einer beeindruckenden Aufholjagd meldete sich auch Max Hesse zurück und schob sich noch auf den letzten Metern an Gilian Lipinksi vorbei auf Rang drei. „Abgesehen vom verpatzten Start im zweiten Rennen kann ich sehr zufrieden sein. Ich konnte schnelle Zeiten fahren und freue mich über einen gelungenen Saisonabschluss“, gab Hesse sich glücklich.

Meisterschaftsendstand:
1. Max Hesse (231 Punkte)
2. Jannes Fittje (176 Punkte)
3. Gianni Janzik (171 Punkte)
4. Anton Kostioukevitch (101 Punkte)
5. Robin Falkenbach (97 Punkte)

IAME X30: Menze und Komor siegen

Nach einer längeren Durststrecke meldete sich auf dem 1.107 Meter langen Erftlandring in Kerpen Fabian Kurt Komor (Melle/ADAC Team Weser-Ems e.V.) mit der Bestzeit im Qualifying wieder zu Wort. Doch im ersten Rennen hatte er das Nachsehen. Auf feuchter Strecke wählte er das falsche Reifensetup und konnte nur zusehen wie der Wuppertaler Dennis Menze an der Spitze enteilte und nach langen 17 Umläufen über seinen zweiten Saisonsieg jubelte. Doch die Show des Rennens lieferten Champion Patrick Meister (Großbottwar/Berner Kartsport) und Christoph Turi (Fernwald/KV Oppenrod e.V.) ab. Die beiden Führenden im Gesamtklassement erlebten ein denkbar schlechtes Zeittraining und mussten das Feld von hinten aufrollen. Mit durchweg schnellen Zeiten überholten sie im Formationsflug einen Kontrahenten nach dem anderen und landeten beim Fallen der Zielflagge auf Platz zwei und drei. Polesetter Komor folgte auf vier vor Yannick Prillwitz (Bönen).

Das zweite Rennen war geprägt von einem Viererkampf zwischen Dennis Menze, Christoph Turi, Fabian Kurt Komor und Yannick Prillwitz. Das Quartett wechselte in der ersten Rennhälfte mehrmals die Positionen und machte den Rennausgang spannend. Erst zur Halbzeit konnte sich Komor leicht lösen und steuerte seinem ersten Sieg entgegen. „Nach dem ganzen Pech im Saisonverlauf bin ich glücklich über diesen Erfolg. Leider hatte ich mich im ersten Rennen für die falschen Reifen entschieden, sonst wäre am Ende vielleicht noch mehr möglich gewesen“, strahlte der Niedersachse auf dem Siegerpodest. Auf Position zwei folgte Turi vor Prillwitz, Menze und Dominik Hofheinz (München).

Meisterschaftsendstand:
1. Patrick Meister (220 Punkte)
2. Christoph Turi (160 Punkte)
3. Sven Mitternacht (128 Punkte)
4. Fabian Kurt Komor (122 Punkte)
5. Dennis Menze (121 Punkte)

IAME X30 Junioren: Luca Walter gewinnt Meisterschaft

Die Rennen der IAME X30 Junioren standen ganz im Zeichen des Meisterschaftskampfes zwischen Luca Walter (Bermaringen/Motorsportteam ADAC Württemberg) und Julian Hanses (Hilden/MSC Langenfeld). Nach dem Zeittraining hatte Walter als Zweiter hinter Daniel Ostermann (Schweich-Issel/RMW Eurotec Team) die besten Karten. Doch im ersten Rennen sorgte das Wetter für ein großes Durcheinander. Die Strecke trocknete leicht ab und machte die Reifenwahl zum Lotteriespiel. Hanses schien hier zu Beginn die beste Wahl getroffen zu haben und führte die Meute über weite Strecke an. Sein ärgster Gegner Walter hing unterdessen im Verfolgerfeld und fiel letztlich auf Rang sieben zurück. Aber auch an der Spitze gab es Verschiebungen. Die abtrocknende Strecke stärkte die Piloten mit Slick-Bereifung. Julian Müller (Köln/AK Racing) und Kevin Kratz (Haimhausen) pflügten durch das Feld und holten vor Julian Hanses, Julian Fuchs (Öhringen/AK Racing) und Daniel Ostermann Position eins und zwei. Mit diesem Ergebnis vertagte Hanses die Titelentscheidung auf den zweiten Lauf.

Dieser begann mit einer Schrecksekunde für Luca Walter. Sein Kart sprang in der Startvoraufstellung nicht an und er musste dem Feld hinterher hechten. Zum Start hatte er sich aber wieder eingereiht und erlebte wie sich Daniel Ostermann aus der dritten Reihe an die Spitze kämpfte und mit einem deutlichen Vorsprung siegte. Dahinter war dagegen das letzte Wort noch nicht gesprochen und es kam zum direkten Duell zwischen Hanses und Walter. Im Ziel setzte sich Walter jedoch durch und sicherte sich als Dritter hinter Julian Fuchs die Meisterschaft. „Einfach fantastisch“, jubelte Luca im Ziel. „Ich habe bis zum Ende gekämpft und war mir nicht sicher, ob es gereicht hat. Nun fällt mir ein Stein vom Herzen und ich freue mich riesig. Einen großen Dank möchte ich an dieser Stelle meinem Vater für seine Unterstützung aussprechen“, Walter weiter. Tim Becker (Lüdenscheid/Beule Kart Racing Team) und Julian Hanses komplettierten als Vierter und Fünfter die Pokalränge.

Meisterschaftsendstand:
1. Luca Walter (187 Punkte)
2. Julian Hanses (166 Punkte)
3. Julian Fuchs (151 Punkte)
4. Kevin Kratz (150 Punkte)
5. Tim Becker (134 Punkte)

KF3: Balthasar lachender Vierter

Das Highlight des Wochenendes waren die Rennen der Junioren in der Klasse KF3. Mit Marvin Dienst (Lampertheim/Solgat Motorsport), Dennis Anoschin (Wiesbaden/ADAC Hessen-Thüringen e.V.), Alex Lambertz (Heinsberg/Jedi Racing Team) und Sebastian Balthasar (Köln/Team Hantscher Racing) starteten vier Meisterschaftsaspiranten und es gab schon in den Heats einige Rückschläge. Während Dienst und Anoschin als Erster und Dritter die beste Ausgangsposition hatten, durften Balthasar und Lambertz nur aus dem Mittelfeld auf die Reise gehen.

Im ersten Rennen am Sonntag schien alles zu Gunsten des Hessen Marvin Dienst zu laufen. Er behauptete seine Spitzenposition und fuhr ein respektables Polster heraus. Doch sechs Runden vor Rennende der große Schock: Das Radlager seines linken Vorderrades war gebrochen und er musste aufgeben. „Es soll einfach nicht sein“, kommentierte der Youngster die Geschehnisse im Ziel. Den Ausfall dankend nahm Dennis Anoschin an, der das Feld nun anführte und am Ende hinter Kim-Luis Schramm (Wolfsberg/KSM Racing Team) Zweiter wurde. Ebenfalls zurück im Kreis der Favoriten meldete sich Sebastian Balthasar. Mit einer meisterhaften Vorstellung hatte er sich in den 15 Runden von Startplatz 17 auf Rang drei vorgekämpft. Vierter wurde Fabian Schiller (Troisdorf/Jedi Racing Team) vor ADAC Motorsport Schützling Marc Wipprecht (Ludwigshafen).

Damit hatten vor dem letzten Rennen des Jahres nur noch Dennis Anoschin und Sebastian Balthasar berechtigte Chancen auf die Meisterschaft. Doch schon während der Startphase lief alles zu Gunsten von Balthasar. Der Kölner kam als Spitzenreiter aus der ersten Runde und baute fortan seine Position weiter aus. Anoschin rutschte unterdessen ins Mittelfeld zurück und war auf einmal nur noch 20. „Ich bin einfach abgeräumt worden“, schimpfte der Hesse ins Ziel. Dadurch war der Weg frei für Balthasar, mit einer souveränen Fahrt erreichte er das Ziel als strahlender Sieger und neuer Champion der Klasse KF3. „Ich kann es noch gar nicht fassen. Gemeinsam mit meinem Team haben wir uns akribisch auf dieses Rennen vorbereitet und nun hat es geklappt. Ein toller Erfolg und ein Riesendank an meinen Teamchef Peter Hantscher“, freute sich der Youngster am Abend. Bis zur letzten Sekunde zeigte auch Marvin Dienst Zähne. Vom Ende des Feldes hatte er sich bis auf Position sechs vorgekämpft, doch zum Titel hat es damit nicht gereicht. „Mir war schon nach dem Ausfall klar, dass es schwer werden würde. Ich habe trotzdem noch mal alles gegeben und kann mit der Vorstellung sehr zufrieden sein.“ Die Top-Fünf hinter Balthasar komplettierten Kim-Luis Schramm, Fabian Schiller, Tim Zimmermann (Langenargen/RS Motorsport) und Marc Wipprecht.

Meisterschaftsendstand:
1. Sebastian Balthasar (149 Punkte)
2. Dennis Anoschin (138 Punkte)
3. Kim-Luis Schramm (134 Punkte)
4. Marvin Dienst (129 Punkte)
5. Alex Lambertz (120 Punkte)

KF2: Hendrik Grapp siegt mit Flower Power

Nach seinem vorzeitigen Titelgewinn in Wackersdorf, hatte sich ADAC Stiftung Sport-Schützling Hendrik Grapp (Berlin/KSM Racing Team) für das letzte Saisonrennen etwas ganz besonders einfallen lassen. Der Berliner startete im Flower Power Design und schien damit genügend Energie zu tanken. Denn mit der Pole-Position im Zeittraining und auch Startplatz eins nach den Vorläufen knüpfte er nahtlos an die Erfolge der letzten Wochenenden an.

Im ersten Rennen hatte er jedoch nicht solch ein einfaches Spiel. Die Kontrahenten André Matisic (Hamburg/KKC-Racing), Gilles Beckord (Willich/RCM e.V.) und David Detmers (Wien/KSM Racing Team) machten ihm das Leben schwer und wirbelten das Führungsquartett zeitweise kräftig durcheinander. Zu Rennhalbzeit konnten sich Matisic und Grapp von ihren Verfolgern lösen und machten den Sieg unter sich aus. Grapp studierte dabei die Linie des Führenden und nutzte kurz vor Rennende seine Chance und siegte vor dem Hamburger. Detmers folgte auf Rang drei vor Beckord und dem Iren John Norris (Mach 1 Motorsport), der von Platz 25 ins Rennen gestartet war.

Der zweite Durchgang begann ähnlich. Erneut setzte sich Matisic an die Spitze und musste die Angriffe von Grapp abwehren. Doch diesmal machte Matisic die Technik einen Strich durch die Rechnung. In der elften Runde rollte er mit einem Motorschaden aus. Grapp war zur Stelle und machte den Doppelerfolg perfekt. „Ein toller Saisonabschluss für mich und mein Team“, Grapp im Ziel. Hinter ihm folgte der Luxemburger Rick Nadin (MM Racing Kart) als Zweiter vor dem Kampftrio Dennis Marschall (Eggenstein/Solgat Motorsport), Gilles Beckord und Tom Lorkowski (Eitorf/Jedi Racing Team).

Meisterschaftsendstand:
1. Hendrik Grapp (235 Punkte)
2. Marcel Lipp (142 Punkte)
3. David Detmers (109 Punkte)
4. Tom Lorkowski (106 Punkte)
5. André Matisic (105 Punkte)

KZ2: Illgen rast mit Doppelsieg zur Meisterschaft

Mit jeweils fünf Saisonsiegen reisten Riccardo Negro (Inden/DR Germany) und Kevin Illgen (Langenchursdorf) zum Finale auf den Erftlandring und beide gaben sich vor dem Start verhalten. „Ich muss die Rennen gut überstehen, dann ist alles möglich“, Negro im Vorhinein. „Kerpen zählt zu den schwierigsten Strecke, hier kann viel passieren“, ergänzte Illgen. Nach den Vorläufen hatte der Sachse aber die besten Karten. Im Zeittraining noch Zweiter hinter Alexander Schmitz (Wesel), kämpfte er sich in den Heats an die Spitze und startete am Sonntag aus der ersten Startreihe. Meisterschaftskontrahent Negro erwischte es dagegen schlimmer. Der Italiener musste einen Ausfall verzeichnen und war dadurch nur 13.

Im ersten Rennen griff er dann ganz tief in die Trickkiste. Während Illgen dem Feld enteilte, kämpfte sich Negro durch das Feld und hielt als Vierter hinter Illgen, Schmitz und Pascal Fritzsche (Wipperfürth/Kartshop Ampfing) die Meisterschaft offen.

Das Finalrennen begann dann eher verhalten. Alexander Schmitz setzte sich an die Spitze und war auf dem Weg zum ersten Saisonsieg. Hinter ihm kam es währenddessen zur Begegnung zwischen Illgen und Negro. Der Sachse Illgen wusste jedoch, dass ihm auch ein dritter Platz zum Gesamtsieg reichen würde und ließ Negro ziehen. Der wollte am Ende noch mal den Sprung nach ganz oben schaffen und nagte an der Stoßstange des Führenden Schmitz. In der letzten Runde kam es dann zum Eklat. Negro und Schmitz kollidierten, Illgen zog vorbei und siegte. Schmitz rette noch Rang zwei vor Michele Di Martino (Eitorf/Jedi Racing Team), Pascal Fritzsche und Julian Becker (Wetzlar/KSM Racing Team). Für Negro war nach dem Vorfall das Rennen vorzeitig beendet. Der strahlende Sieger Kevin Illgen konnte seinen Erfolg kaum fassen: „Ich habe bis zur letzten Sekunde gehofft, dass mein Kart hält und alles gut verläuft. Nun habe ich es mit der Hilfe meines Vaters und CRG Holland geschafft und bin überglücklich.“

Meisterschaftsendstand:
1. Kevin Illgen (235 Punkte)
2. Riccardo Negro (200 Punkte)
3. Michele Di Martino (137 Punkte)
4. Dominik Schmidt (114 Punkte)
5. Marvin Meindorfer (112 Punkte)

Nach dem Erfolg mit über 250 Einschreibungen und stetig attraktiven Starterfelder, wird die Meisterschaft des zweitgrößten Automobilclubs der Welt auch 2012 im gewohnten Format starten. Die Termine und weitere Einzelheiten werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben.

Quelle: ADAC.de

Von Schumi

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