Runderneuerte M&S-Reifen können mit teils überraschend guten Fahreigenschaften auf verschneiter Fahrbahn durchaus überzeugen, doch wenn die Straße trocken ist oder nass, werden die Schwächen dieser Reifen spürbar. Besonders in punkto Sicherheit und Wirtschaftlichkeit treten gewisse Defizite deutlich zu Tage. Zu diesem Ergebnis kommt der ACE Auto Club Europa nach einem Test von Recycling-Reifen der Kategorie M&S, deren Laufflächen und Seitenwände industriell erneuert worden sind. Der Club hatte gemeinsam mit der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) drei verschiedene Profile in der Dimension 195/65 R 15 der gleichen Testprozedur unterzogen, wie sie bei vollkommen neuen Winterreifen üblich ist.
Die Tester von ACE und GTÜ bemängelten bei trockener beziehungsweise nasser Fahrbahn unter anderem einen um bis zu zehn Metern längeren Bremsweg im Vergleich zu herkömmlichen Neureifen. Akzeptabel sind nach Meinung der Experten solche Reifen nur für solche Fahrer, die das Risiko eines verlängerten Bremswegs durch einen betont vorsichtigen, moderaten Fahrstil von vornherein zu kompensieren verstehen.

Angekreidet wurde den Recycling-Reifen aber auch unausgewogenes Fahrverhalten und einen erhöhten Rollwiderstand, der laut ACE die Spritkosten hoch treiben und den Reifenverschleiß deutlich beschleunigen kann.
Wer dies beim Reifenkauf unberücksichtigt lässt, ärgert sich womöglich, dass das erhoffte Preisschnäppchen sich ins Gegenteil verkehrt. Runderneuerte Winterreifen kosten schließlich meist weniger als die Hälfte eines vollkommen neuen Reifensatzes. Positiver Lichtblick: Beim sogenannten Schnelllauftest – früher ein Manko bei den Runderneuerten – erwiesen sich die getesteten Fabrikate als voll tauglich.

Der ACE teste folgende Recycling-Fabrikate:

Ökon MS 790 v. Respa; Reifensatz: 176 Euro,
(160 v. 250 Punkten und damit bedingt empfehlenswert)
Ökon MS 830 v. Respa; Reifensatz: 212 Euro
(139 v. 250 Punkten)
Winter Ass 181 v. Rigdon; Reifensatz: 180 Euro
(145 v. 250 Punkten)

„Winterreifenpflicht“ vom Wetter abhängig
Bei Eis- oder Reifglätte, Schneeglätte oder Schneematsch müssen Fahrzeuge mit M+S-Reifen („Matsch+Schnee“) fahren. Runderneuerte Winterreifen erfüllen diese Anforderung. Die in der Straßenverkehrsordnung (StVO) aufgeführte Pflicht ist allerdings wetterabhängig. Meldungen, wonach die „Winterreifenpflicht“ für einen bestimmten Zeitraum, etwa von Oktober bis Ostern, gilt, sind laut ACE falsch. Wer künftig bei Winterwetter und glatten Straßen mit Sommerreifen erwischt wird, muss seit dem Ende des vergangenen Jahres (04.12.2010) 40 Euro statt bisher 20 Euro bezahlen. Auch Winterreifen müssen mindestens eine Profiltiefe von 1,6 Millimeter aufweisen.

Quelle: ACE