Di. Okt 26th, 2021

Der ACE Auto Club Europa hat in einem eindringlichen Appell alle Kraftfahrer aufgerufen, ihre Fahrweise bei Nebel den begrenzten Sichtverhältnissen anzupassen. Auf diese Weise ließen sich die meisten Unfälle verhüten. „Rasen tötet, deshalb runter vom Gas", betonte der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall, der eine entsprechende Verkehrssicherheits-Initiative des ACE begrüßte.
Der Club erinnerte angesichts der folgenschweren Nebelunfälle (ACE-Studie) in jüngster Zeit (18. November: Massenkarambolage auf der A31 bei Münster, 22. November: Auffahrunfall auf der A9 bei Leipzig), an die Regeln, die Autofahrer bei schlechter Sicht besser beachten sollten:

Tempo drosseln: Zu langsam gibt es nicht. Nebel wirkt sich auf die Wahrnehmung und Einschätzung von Geschwindigkeit und Entfernung aus. Tacho im Auge behalten.
Beim Erkennen von Nebelbänken frühzeitig und kontrolliert abbremsen und den nachfolgenden Verkehr durch Einschalten der Warnblinkanlage auf die Gefahr aufmerksam machen.
Auch auf Hausstrecken gilt: Runter vom Gas.
Besser sehen und gesehen werden: Abblendlicht an, auch am Tag. Zu beachten ist, dass automatisches Tagfahrlicht die Rückleuchten tagsüber nicht aktiviert.
Blenden vermeiden: Nur bei Sicht unter 50 Metern zusätzlich noch die Nebelschlussleuchte einschalten.
Abstand halten: Keinesfalls an den Vordermann „dranhängen". Besser Leitpfosten zur Distanz-Orientierung nutzen.
Überholvorgänge im Nebel grundsätzlich unterlassen.
Vorsicht beim Links-Abbiegen, besonders auf Landstraßen. Der entgegenkommende Verkehr ist schlechter erkennbar.
Nebelwarner strikt beachten.
Mehr Pausen einlegen: Fahren bei schlechter Sicht erfordert höhere Konzentration.
Bei einer Panne oder einem Unfall sollte das Fahrzeug, wenn möglich, von der Straße gebracht werden. Grundsätzlich gilt, Warnblinker einschalten. Beim Verlassen des Fahrzeugs Warnweste anlegen, Warndreieck aufstellen, den Standstreifen verlassen und sich hinter Leitplanken in Sicherheit begeben.

Polizei in der Verkehrsüberwachung engagiert
Innenminister Gall versprach, die Polizei im Lande werde im Rahmen der Verkehrsüberwachung und der Verkehrserziehung das ihre tun, damit die Zahl der Nebelunfälle weiter zurückgeht. Der Dezember gehört neben Oktober und November erfahrungsgemäß zu den Monaten mit den meisten Nebeltagen.

Trend: Nebelunfälle verziehen sich
Nach Angaben des ACE gibt es bei Nebelunfällen mit Personenschaden alles in allem einen durchaus positiven Trend. Demnach ist die Zahl solcher Unfälle im Verlauf der vergangenen 20 Jahr um 80 Prozent zurückgegangen. Wurden im Jahr 1991 noch 1368 Unfälle mit Personenschaden bei widrigen Sichtverhältnissen polizeilich aufgenommen sank deren Zahl bis 2010 auf 278. Im gleichen Zeitraum verringerte sich auch die Zahl der bei Nebelunfällen getöteten Verkehrsteilnehmer von 91 auf 15. Als mögliche Gründe für diese Entspannung nannte der ACE den vermehrten Einsatz moderner Nebelwarnanzeigen im Bereich von Verkehrsbeeinflussungsanlagen, die verbesserte medizinische Versorgung von Unfallopfern und sicherheitstechnisch besser ausgestattete Fahrzeuge.

Die meisten Nebelunfälle passieren laut ACE auf außerörtlichen Straßen, Autobahnen sind überproportional häufig betroffen. Auf den Fernstrecken ereignen sich nach Erkenntnissen des Clubs auch die meisten Unfälle mit mehr als zwei Beteiligten. In Deutschland gibt es im bundesweiten Schnitt 23 Nebeltage, sie verteilen sich bei teils beträchtlichen regionalen Unterschieden vorwiegend auf die Herbst- und Wintermonate von Oktober bis Februar. An fast jedem vierten schweren Nebelunfall auf der Autobahn waren fünf oder mehr Verkehrsteilnehmer beteiligt. "Nicht von ungefähr schreibt die Straßenverkehrsordnung bei einer Sichtweite von weniger als 50 Metern ein Tempo von allerhöchstens 50 Kilometer pro Stunde (km/h) vor", erklärte ein ACE-Verkehrssicherheitsexperte.

Quelle: ACE.de

Von Schumi

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