Ganz rechts findet sich auf Autobahnen der so genannte "Standstreifen". Wer oder was darf da aber stehen? Darf man sich dort hinstellen, um ein Päuschen zu machen? Oder kann man ihn nutzen, um das Navi neu einzustellen, Verkehrsradio zu hören oder sich mit dem Beifahrer zu unterhalten? All das ist nicht gestattet, denn der Standstreifen ist besser formuliert ein "Notstreifen" oder auch ein "Pannenstreifen".

Genutzt werden darf er von Rettungsfahrzeugen, Pannenfahrzeugen, im Notfall oder nach gesonderter Freigabe durch die Polizei.

Wer den Standstreifen nutzt, um ohne gesonderte Erlaubnis an einem Stau vorbei zu fahren und somit zu überholen, riskiert als kleinstes Übel ein Bußgeld von derzeit 75,– Euro und derzeit zwei Punkte in Flensburg

Erst vor wenigen Tagen kam es zu einem schrecklichen Unfall auf einem Standstreifen der A3. Ein Pannenhelfer des ADAC hatte sein Fahrzeug hinter einem liegen gebliebenen PKW abgestellt. Ein Autofahrer meinte, den Standstreifen mit hoher Geschwindigkeit zum Überholen mehreren Fahrzeug nutzen zu müssen und kollidierte mit dem ADAC-Fahrzeug. Der Pannenhelfer und der Unfallverursacher wurden schwer verletzt. Durch Leichtsinn und Unkenntnis kann so eine tödliche Gefahr entstehen, was etliche bedauerliche Fälle zeigen. 

Kann und darf der Standstreifen anderweitig genutzt werden, ist das durch zusätzliche Verkehrszeichen geregelt. 

Bleibt man mit einer Panne liegen, empfiehlt der ADAC nur nach rechts auszusteigen, die Warnweste anzuziehen und sich hinter die Leitplanke zu begeben. Hinter der Leitplanke sollte man dann ca. 150 Meter entgegen der Fahrtrichtung laufen, um das Warndreieck aufzustellen.