Der Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW), Bundesverkehrsminister a. D. Kurt Bodewig, hat angesichts der Unfallentwicklung im Lande die Autofahrer aufgerufen, mehr Verantwortung zu zeigen. Zugleich warnte Bodewig eindringlich davor, die Grenzen des eigenen Fahr-Könnens auszutesten. Risikofreudige Autofahrer litten an Selbstüberschätzung und verhielten sich nicht besser wie in einem Computerspiel, wo nach dem Crash und dem Tod die nächste Spielrunde wartet. "Das ist eine Eigenschaft von Finanzmarktjongleuren", schrieb Bodewig in einem Gastbeitrag für die vom ACE Auto Club Europa herausgegebene Zeitschrift LENKRAD (10/2011). "Das Leben läuft nicht auf Konsolen", so der DVW-Präsident.
Mit Blick auf die Entwicklung der Straßenverkehrsunfälle im vergangenen Frühjahr sprach Bodewig von einem Rückschlag für die Verkehrssicherheitsarbeit. Im Mai 2011 seien auf deutschen Straßen 375 Menschen gestorben und damit 63 Personen oder rund 20 Prozent mehr als im Mai 2010. Bei der Zahl der Verletzten habe es im selben Zeitraum sogar einen Anstieg um 27 Prozent auf rund 39.800 gegeben. Alles in allem sei im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten und Verletzten um über acht Prozent gestiegen.
Nach Bodewigs Überzeugung kommt es darauf an, die Menschen für die jeweilige Verkehrssituation besser zu sensibilisieren. Sie sollten darauf vorbereitet werden", dass sich nicht die Straßen dem Fahrstil der Menschen anpassen müssen." Auto- und Motorradfahrer sollten vielmehr die eigenen Reaktions- und Fahrfähigkeiten richtig einschätzen lernen.

Die Entdeckung der Langsamkeit
Der frühere Verkehrsminister empfahl in seinem Beitrag für den ACE, Autofahrer sollten in stressigen Situationen Gleichmut zu üben und erinnerte sie an das chinesische Sprichwort: "Wenn du schnell ans Ziel kommen willst, gehe langsam."
 

Quelle: ACE.de