Mo. Okt 25th, 2021

Warum aktuelle Kartendaten Geld sparen, die Umwelt schonen und was den Autofahrer künftig in Sachen Navigation erwartet, erklärt Eric Fumat, Vice President of Channel Development bei NAVTEQ

Straßen sind bisweilen recht sonderbar. Man glaubt, die Umgebung wie seine Westentasche zu kennen und dann kommt man doch woanders an. Oder man kann eine Straße plötzlich nicht mehr in der gewohnten Richtung befahren und es ist jetzt eine Ampel da, wo eine Woche zuvor noch ein Zebrastreifen markiert war. Viele von uns kennen das und sind immer mal wieder mit den eher unschönen Seiten des Straßenverkehrs konfrontiert.

Damit solche Erlebnisse nicht überhand nehmen, bieten wir aktuelle Kartendaten und machen die Nutzer von Navigationsgeräten auf die Vorteile der Updates aufmerksam. Denn was nützt das beste Navi, wenn es nicht mehr die Realität auf unseren Straßen abbildet? Eine Studie von NAVTEQ zeigt, dass ein Autofahrer in Deutschland im Durchschnitt dank eines Navigationssystems jedes Jahr über 2.200 Kilometer Fahrstrecke einsparen könnte. Das entspräche einer Spritersparnis von rund 300 Litern, der Fahrer hätte nach aktuellen Preisen also etwa 475 Euro im Jahr gespart*.

Klar, dass veraltete Kartendaten sicher nicht zur gleichen Kilometer- und Spritkostenersparnis führen. Und die Fahrer, also Sie, hätten dann auch nichts von all den Zusatzinformationen, die wir in jedes neue Kartenupdate packen, um die Reise noch angenehmer und reibungsloser zu gestalten.

In nicht allzu ferner Zukunft wird es darüber hinaus eine ganze Reihe neuer Kartentechnologien geben, die über die Vorteile einer aktuellen Karte hinausgehen. Eine dieser Technologien nennt sich NAVTEQ True.

Für NAVTEQ True erfassen wir mit speziell ausgerüsteten Fahrzeugen die Straßenzüge in 3D, diese Daten sind vollständig georeferenziert. Das bedeutet, dass wir von jedem erfassten Punkt sehr präzise wissen, wo genau er sich auf der Erdoberfläche befindet. Wir kombinieren dafür das sogenannte LIDAR-Verfahren (LIDAR steht für Light Detection and Ranging) mit hochauflösenden Panoramakameras, GPS und sogenannte IMU-Daten. (IMU, Inertial Measurement Units sind Sensoren zur Messung von Beschleunigung). Das Bildmaterial und die 3D-Daten lassen sich dann miteinander abgleichen, daraus werden Karten generiert mit einer Detailtiefe und Genauigkeit, die in der Form nicht möglich war.

Neben der Präzision unserer Kartendaten arbeiten wir auch an neuen Informationstypen. So werden zum Beispiel für kartenbasierte Fahrassistenzsysteme, sogenannte „Advanced Driver Assistance Systems“ (ADAS) auch geometrische Straßenattribute erfasst. Dazu gehören der Radius von Kurven oder das Gefälle oder die Steigung einer Straße. Außerdem erfassen wir die Zahl der Fahrspuren, Fahrbahnmarkierungen, veränderliche Tempolimits und die Standorte von fest installierten Blitzern. Zu guter Letzt sammelt NAVTEQ schon länger eine Vielzahl von Sonderzielen (Points-of-Interest, POI) und markanten Orientierungspunkten, sowie beschreibende und visuelle Attribute dieser Landmarken.

Doch am Ende würde uns dieser enorme Aufwand nicht viel nützen, wenn wir nicht Pläne zur Nutzung all dieser Daten hätten. Und da wird es jetzt wirklich spannend. Mit Hilfe der ADAS-Daten in den NAVTEQ-Karten können Navigationssysteme im Fahrzeug eine Route künftig noch schneller, kostengünstiger und umweltfreundlicher berechnen. Dafür berücksichtigen sie Steigungs- und Gefälleabschnitte, Spritkosten lassen sich so reduzieren oder die Reichweite von Elektroautos erhöhen. Die detaillierte Information über markante Orientierungspunkte und ihre physischen Attribute ermöglichen NAVTEQ Natural Guidance. NAVTEQ Natural Guidance nutzt diese Attribute und lässt damit Ihr Navi etwas „menschlicher“ werden. Die Fahranweisungen beziehen sich dabei eben auf markante Stellen an der Strecke, wie zum Beispiel Kirchen, große Bürogebäude oder Tankstellen. Es ist eben viel intuitiver zu verstehen, wenn das Navi „an der Kirche links abbiegen“ sagt, als wenn es wie bisher heißt „in 300 Metern links abbiegen“.

Während Sie es vielleicht als normal erachten, dass Ihr Navigationssystem Sie von A nach B leitet, die Technik entwickelt sich weiter und auch das Straßennetzwerk bleibt nicht ganz konstant – ständig gibt es Veränderungen. Denken Sie dran, die Karten regelmäßig zu aktualisieren. Ihre Nerven und ihr Portemonnaie werden es Ihnen danken.

* NAVTEQ Navigation Benefit Study (2009)

Von Schumi

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