Mitten in der Nacht, schon fast am frühen Morgen des 4. Juli 2013, kurz vor 3.00 Uhr kommt es in Nordrhein-Westfalen zu einem umstrittenen Einsatz der Polizei. Auf der A 46 irrt ein Hund herum, verursacht fast mehrere Unfälle, ein LKW muss ein riskantes Ausweichmanöver vollziehen. Die alarmierten Beamten der Autobahnpolizei sichten den Mischlingshundshund, versuchen, ihn einzufangen bzw.von der Fahrbahn zu vertreiben, was ihnen wohl nicht gelingt. In dieser Sitution schießen sie zwei Mal auf das Tier, es wird eventuell getroffen, bleibt jedoch weiterhin auf der Straße. So drängen sie den Hund wohl von der Straße ab, erfassen ihn anscheinend seitlich, er wird danach nicht mehr gesehen, wird berichtet. In anderen Meldungen heißt es, der Hund sei zweifach überfahren worden, was von der Polizei entschieden zurück gewiesen wird. Eine anschließende Suche in der Nacht nach dem Hund verläuft ergebnislos.

Die Polizei sieht diesen Einsatz als Ausnahmesituion, die Beamten wollten das Leben der Autofahrer schützen und eine eventuelle Massenkarambolage verhindern. Tierschützer dagegen sind der Ansicht, man hätte andere Mittel und Wege finden können. Besonders auch der Umstand, dass das eventuell schwer verletzte Tier am nächsten Tag nicht gesucht worden ist, wird der Polizei zum Vorwurf gemacht.

"Bruce" so heißt der Mischling, war erst vor kurzem aus einer Tötungsstation auf Fuerteventura gerettet worden und bei einer Pflegefamilie untergekommen. Bei einem Spaziergang am 3.7.2013 in Amsberg hatte er sich los gerissen, war entlaufen und konnte nicht wieder gefunden werden. 

Seit dem wird nicht nur im Internet heiß diskutiert, ob die ergriffenen Maßnahmen gerechtfertigt waren, der Tierschutzverein "Kanarenhunde eV" sucht Zeugen. Ebenso wird eine immer wieder aktuelle Frage für Autofahrer aufgeworfen: Was tun, wenn ein Tier die Straße bzw. die Autobahn überquert? Was fordert der Gesetzgeber, wie verhalten sich Versicherungen bei Unfällen mit Tieren? "Ich bremse auch für……", solche Schilder findet man an manchen Autos, welche Folgen kann das haben?

Für Bruce bleibt die Hoffnung, dass er möglichst unversehrt zu seiner Familie zurück kehren kann! Am Wochenende werden Tierschützer mit einem speziell geschulten Hund auf die Suche gehen, um Gewissheit über das Schicksal des Tieres zu erlangen.