Wie viel Teile braucht man, um ein Auto zu bauen? Wie lange dauert es, ein Auto herzustellen?

Bisher rechnet man mit rund 20.000 Einzelteilen, aus denen ein Auto gefertigt wird und die gesamte Arbeitszeit (angefangen von der Fertigung des kleinsten Schräubchens bis hin zur Auslieferung) kann wohl kaum beziffert werden.

Das könnte in nicht allzu ferner Zeit anders werden. Können Sie sich vorstellen, dass ein Auto unter anderem aus nur gedruckten 40 Teilen besteht und alles in allem in nicht einmal 4 Tagen fertig ist? Normaler Weise würde man jetzt sagen, dass ein Auto “vom Band rollt”. Die Zukunft könnte anders aussehen, denn der Fahrzeugbauer “Local Motors” präsentierte auf der Internationalen Hersteller- und Technologiemesse in Chicago den “Strati”.

Hierbei handelt es sich um das erste fahrbare Auto, das mit einem überdimensionalen 3-D-Drucker hergestellt wurde. Die für den elektrobetriebenen, offenen Zweisitzer benötigten Teile für Karosserie und Verschalung wurden aus mehrschichtigem carbonfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Dazu kommen konventionell hergestellte Komponenten, wie Motor, Räder, Batterie und Kabel. Die gesamte Bauzeit lag letztendlich lediglich bei vier Tagen.

Jetzt kommt das Erstaunliche: Der 18 PS starke “Strati” soll  bereits Ende September in einer kleinen Auflage auf den (US)Markt kommen! Auch der zimmergroße Drucker soll vermarktet werden.

Den Herstellungsprozess kann man auf der Homepage von “localmotors” verfolgen.

Übrigens: Für das Design des kleinen Flitzers war ein Wettbewerb ausgeschrieben worden, den der Designer Michele Anoé gewonnen hatte und die Entwicklung des “Strati” fand überwiegend als Projekt in Form eines “Crowdsourcings” statt.  Was ist Crowdsourcing? Vereinfacht gesagt, wird eine Aufgabe auf die Mitglieder einer Community, einer Gemeinschaft verteilt. Die “Crowd”, die Gemeinschaft der Mitglieder entwickelt Ideen, Lösungen und Konzepte. So kann jeder einen kleinen Teil zu einem mitunter großen Projekt beitragen, man kann sich gegenseitig unterstützen, motivieren und durchaus auch korrigieren.