Es ist voll in der Innenstadt, man möchte shoppen gehen und Parkplätze sind rar. Endlich erspäht man eine Parklücke, doch parken kann man nicht, denn eine ältere Dame steht mit verschränkten Armen darin und will andere Autofahrer vorbei winken. Sie erklärt, dass ihr Mann gleich mit dem Auto kommt und sie die Parklücke für ihn frei hält. Darf sie das? Auf diese Frage gibt es nur eine eindeutige Antwort: Nein!

Der Umzug steht an, schon am frühen Morgen belegt man eine Fläche am Straßenrand mit Gegenständen, damit der Umzugswagen genau dort parken kann, wenn er kommt. Schließlich möchte man die Möbel nicht kilometerweit durch die Gegend schleppen. Ist das gestattet? Nein!

Nett ausgedrückt nennt man das "einen Parkplatz frei halten", Andere sagen dazu "einen Parkplatz blockieren" und rein rechtlich ist das ganze Procedere ohnehin verboten 

Denn: Gemäß der Straßenverkehrsordnung hat derjenige ein vorrangiges Recht auf einen Parkplatz, der diesen zuerst mit seinem Fahrzeug erreicht. Fährt ein Autofahrer zum Beispiel an einer Parklücke vorbei, um rückwärts einzuparken, hat er das vorrangige Recht auf den Parkplatz gegenüber dem hinter ihm fahrenden Fahrzeug.  Das "Freihalten" eines Parkplatzes gilt als Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld belegt werden. 

Streitigkeiten um einen der heiß begehrten Parkplätze, die mitunter sogar zu Handgreiflichkeiten führen, sind leider nicht selten. Leider ergibt sich aus solchen Streitigkeiten auch manchmal der Tatbestand der Nötigung. Hierüber muss dann später ein Gericht befinden.

Auch die Idee, mit dem eigenen Fahrzeug zwei Parkplätze zu blockieren, damit zum Beispiel ein Freund sein Fahrzeug durch späteres Umsetzen einparken kann, ist nicht gut, Denn in der STVO ist festgelegt, dass man platzsparend zu parken hat (was auch für das Halten gilt).

Fazit: Hier sollte der Klügere nachgeben, wenn man sich nicht gütlich einigen kann und sich überlegen, ob das Bestehen auf einen Parkplatz wirklich die Strapazen und Kosten eines Gerichtsverfahrens rechtfertigt.