Offizielle Verkehrsfreigabe nach rund fünfjähriger Bauzeit: Von diesem Donnerstag (30. Juni) an wird der Tauerntunnel in Österreich dank einer zweiten Röhre vierspurig befahrbar sein. Der ACE Auto Club Europa sieht darin einen wichtigen Beitrag für mehr Tunnelsicherheit. Hinzukommt, dass die Stauanfälligkeit der Strecke vermindert wird. Je länger der Tunnel und je höher das Verkehrsaufkommen, desto wichtiger sei der Bau und Ausbau zweiröhriger Tunnelanlagen, so der ACE.
Der Tauerntunnel entspricht mit der zweiten Röhre nun der einschlägigen EU-Richtlinie über Mindestanforderungen an Straßentunnels. Das österreichische Straßentunnelsicherheitsgesetz (STSG) schreibt außerdem vor, dass Tunnel mit einer zusätzlichen zweiten Röhre ausgestattet werden müssen, wenn das Verkehrsaufkommen über die Zahl von mehr als 10.000 Fahrzeugen pro Tag hinausgeht.
Der ACE begrüßt das Vorhaben der österreichischen Straßenbaugesellschaft ASFINAG, bis 2014 insgesamt 1,1 Mrd. Euro in Tunnelneubauten und zweite Röhren zu investieren. Nach wie vor gäbe es 16 Tunnels auf Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich, die ausgebaut werden müssten.
 
Maut-Tarife wird ab 1. Juli erhöht
Unter Berufung auf Angaben des österreichischen Autoclubs ARBÖ teilte der ACE mit, dass Autofahrer beim Passieren der Tauernautobahn (A10) im Bereich Tauerntunnel und Katschbergtunnel eine Sondermaut zu entrichten haben.
Für die Zahlung mit Kreditkarte gibt es in beiden Richtungen je eine Spur, so der Club. Ab 1. Juli kostet eine einzelne Fahrt für Motorräder und Pkw bis 3,5 Tonnen (Kategorie 1) 10 Euro, eine Jahreskarte kostet künftig 95 Euro. Laut ACE wird auch die Maut ab 1. Juli von 9,50 Euro auf 10,00 Euro erhöht.
 
Tunnelfahrten: Autofahrer müssen selbst für mehr Sicherheit sorgen
Angesichts des für die kommenden Wochenenden erwarteten starken Urlauberverkehrs, hat der ACE Kraftfahrer erneut dazu aufgerufen, besonders vorsichtig zu fahren. Gerade dann, wenn die baulichen Sicherheitsstandards unterirdischer Verkehrsanlagen Mängel aufwiesen, käme es darauf an, dass Autofahrer selbst einen größeren Beitrag zur Minimierung der Unfallrisiken leisteten, betonte der Club
Licht einschalten, Abstand vergrößern, Geschwindigkeit drosseln und Überhohlmanöver unterlassen, das, so der ACE, seien die wichtigsten Verhaltensregeln bei Tunnelfahrten. Schon vor dem Tunnel sollten Autofahrer ihre Sonnenbrille absetzten und das Abblendlicht einschalten. Das Autoradio sollte auf den am Tunnelportal empfohlenen Verkehrsfunk programmiert werden. In modernen Röhren übernehmen meist Wechselverkehrszeichen die Regie. Wer sie missachtet, gefährdet sich und andere. Deshalb kommt es darauf an, die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Tunnel strikt zu beachten, ebenso wie den Abstand zum vorausfahrenden Verkehr. Falls sich im Tunnel ein Stau entwickelt, sollten Autofahrer bereits beim Abbremsen die Warnblinkanlage einschalten. Im Stand bleibt der Motor aus. Fahrzeuge gehören bei Panne oder Unfall in der Nothaltebucht oder äußerst rechts abgestellt. Die schnellste Verbindung zur Tunnelzentrale sind die im Tunnel stationierten Notrufeinrichtungen. Telefonate per Handy erschweren dagegen die Standortbestimmung. Beim Verlassen des Wagens bleibt der Zündschlüssel stecken. So ist es den Rettungsdiensten leichter möglich, Fahrzeuge zu bergen. Lautsprecheransagen der Tunnelzentrale sind zu befolgen.
 
Quelle: ACE.de