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Critical Mass Rides

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In der Greifswalder Innenstadt kam für kurze Zeit der (Auto)verkehr zum Erliegen, denn rund 50 Radfahrer waren nach einer Kundgebung im Pulk zur Hauptverkehrszeit eine Hauptstraße auf- und abgefahren. Mit dieser Demonstration sollte darauf hingewiesen werden, dass solch ein Verkehrsstillstand evtl. durch einen geplanten Neubau Alltag werden könnte. In der Bundeshauptstadt Berlin konnte man am vergangenen Freitag bis zu 1.000 Räder sehen, die gemeinschaftlich unterwegs waren.

Critical Mass“ (Kritische Masse) heißen diese Aktionen, bei denen nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer sich in mehr oder minder großer Anzahl treffen und mit gemeinsamen Fahrten demonstrieren. Erstmals fand eine derartige Formation 1992 in San Franzisco statt, in Deutschland gab es die erste „Critical Mass“ 1997. In zahlreichen Städten gibt es solche Fahrten – unregelmäßig oder im monatlichen Turnus. Die Zahl der Teilnehmer ist wohl stetig steigend. So kann es mehrere Stunden lang dazu kommen, dass bestimmte Straßenzüge bzw. Stadtbereiche autofrei werden.
Aufmerksam gemacht werden soll unter anderem auch auf die oft gefährliche Situation der Radfahrer, geworben wird auch für ein Miteinander auf den Straßen.

Wie sehen das die Autofahrer? Während viele entspannt auf eine solche Situation reagieren, gibt es auch zahlreiche verärgerte Stimmen. Radfahrer und Autofahrer auf einer gemeinsamen Straße – hier ist ohnehin schon oft Potential für Streit und Konfrontationen vorhanden. Nach einer von dem Portal „Auto-Scout“ in Auftrag gegebenen Studie ist man sich auf beiden Seiten mit 66 Prozent einig, dass Radfahrer im Straßenverkehr besonders gefährlich leben. 62 Prozent der befragten Autofahrer sind vor allem davon genervt, dass Radfahrer einen zur Verfügung stehenden Radweg nicht nutzen, während 77 Prozent der Radfahrer besonders das Drängeln und dichte Auffahren der Autofahrer kritisieren. Quelle und mehr.

Die bisher weltweit wohl größte „Critical Mass“ findet übrigens in Budapest statt und verzeichnet mehr als 80.000 Teilnehmer. In Hamburg wurden im Mai 2014 über 5.000 Fahrräder gezählt.

Die einen nennen das Ganze eine mehr oder minder große „Party“, während andere darin einen Kampf für mehr Rechte auf zwei Rädern sehen.  Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen, irgendwo zwischen Spaß auf dem Fahrrad und dem Einsetzen dafür, dass ein besseres Miteinander auf den Straßen funktioniert?!

Rein rechtlich gesehen gibt es übrigens nach der Straßenverkehrsordnung kein Problem mit gemeinsamen Fahrten, denn im § 27 der Straßenverkehrsordnung wird das Fahren in Verbänden geregelt:
„Mehr als 15 Rad Fahrende dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren.“


 

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